Beratung | Diagnostik | Therapie
ARFID ist auch bei Kinderärzt:innen wenig bekannt. Eltern, die wiederholt ihre Sorge über das Essverhalten ihres Kindes äußern, werden häufig (wenn alle Werte für ein körperlich gesundes Kind sprechen) mit Erziehungsratschlägen nach Hause geschickt und vertröstet, dass jedes Kind durch eine Picky-eating-Phase geht. Wenn Eltern den Verdacht haben, dass es sich um mehr als wählerisches Essverhalten geht, sollten sie auf jeden Fall hartnäckig bleiben und auf ARFID hinweisen. Eltern sind Experten für ihre eigenen Kinder, sollten auf ihr Bauchgefühl vertrauen und sich nicht zu schnell abwimmeln lassen.
Der/die Kinderärzt:in kann auf Bitte eine Überweisung ins Sozialpädiatrische Zentrum einer Klinik oder zum Kinderpsychologen ausstellen.
Verordnungen für die Therapie kann zum Beispiel die Hausärzt:in, HNOs oder Kinderärzt:in ausstellen.
Beratung
- Logopäd:innen beschäftigen sich neben sprachlicher Förderung auch mit Fütterungsstörungen und sensorischer Integrationstherapie
- Ernährungstherapeut:innen
- Ärtz:innen
Diagnostik
- SPZ (Sozialpädiatrisches Zentrum)
- Kinderpsycholog:innen, Psycholog:innen mit Fachgebiet Essstörungen
Therapie mit Einbezug verschiedener Fachrichtungen
- Verhaltenstherapie, kognitiv-verhaltenstherapeutischer Ansatz
- Ernährungstherapie
- Konfrontationstherapie
- Sensorische Integrationstherapie
- Frühkindliche Reflexe
- Motopädie (Mototherapie und Motopädagogik), nicht verordnungsfähig
Häufige Begleitdiagnosen
- Autismus Spektrum Störung (ASS)
- ADHS
- Hochsensibilität
Hochsensible/hochsensitive Personen (HSP) sind häufig von ARFID betroffen. HSP haben aufgrund der höheren sensorischen Wahrnehmung eine höhere Verarbeitungsintensivität.